Sonderausstellungen 2016

20. November - 1. Januar 2017

Knorrige Natur

Jahrelang zog es den Steinheimer Malermeister Johannes Eikermann immer wieder in die Natur, Johannes Eickermann vor allem ins Steinheimer Holz oder zum Stoppelberg, wo er sein Material für seine Kunstwerke fand: knorrige Baumäste. Daraus entstanden Kerzenständer, Lampen, Uhren und andere dekorative Werke aus Holz. Kerzenhalter Zuvor waren die Äste gesäubert, entrindet, zwei Stunden im Waschkessel gekocht, dann sorgsam zusammengefügt, poliert und lackiert worden. So entstanden liebevoll gestaltetete Gegenstände für die eigene Wohnung, aber auch für Freunde oder zu besonderen Anlässen, wie z. B. zur Verabschiedung von Vikar Ulf Doppelfeld in den Siebziger Jahren oder zur Raumgestaltung eines Kindergartens. Kerzenhalter Das Team des Möbelmuseums freute sich, dass am 20. November, 15 Uhr eine Ausstellung dieser besonderen Kunstwerke und Schmuckstücke des 2011 in seinem 99. Lebensjahr verstorbenen Malermeisters eröffnet werden konnte. Jedermann war herzlich eingeladen. Die kostenlose Ausstellung konnte dann bis zum 1. Januar 2017 sonntags und mittwochs 14-17 Uhr besichtigt werden. Alle waren herzlich willkommen. Kerzenhalter

25. September - 6. November 2016

Annegret Dreßel sammelt Teddybären. 500 von ihnen zeigte sie vom 25. September bis zum 6. November im Steinheimer Möbelmuseum: Der Größte misst 1,60 Meter, der Kleinste nur knapp einen Zentimeter. Teddy Ein Jahr lang hatte sie die Ausstellung im Möbelmuseum vorbereitet. Zu sehen waren Bären, die Annegret Dreßel selbst genäht hat, gekaufte von namhaften und weniger namhaften Marken sowie Werbegeschenke. Annegret Dreßel nennt sie alle ihr Eigen und zeigte sie nun im Museum ihrer Heimatstadt. Eigens für die Ausstellung hatte sie die neunköpfige Teddybärenfarnilie "Die Steinis aus Steinheim" geschaffen. Die Steinis aus Steinheim Zu sehen waren im Museum auch 101 Bären, die Dreßel in der kommenden Weihnachtszeit an Altenheime in der Region spenden möchte. Diese Aktion betreibt sie schon einige Jahre. Im vergangenen Jahr wurden Flüchtlingskinder mit den Bären beschenkt. Ihre Bären bekommt die 68-Jährige, die beim Aufbau der Ausstellung von ihrer Mitarbeiterin Brigitte Dümchen (60) unterstützt wurde, bei Messen oder im Internet. Eröffnet wurde die Teddyausstellung am Sonntag, 25.September, von der SPD-Bundestagsabgeordneten Petra-Bosse,die dabei erzählte, wie der Teddy anlässlich einer Familienfeier des amerikanischen Präsidenten Theodore Roosevelt zu seinem Namen gekommen ist. Teddy Im Rahmenprogramm zur Ausstellung hatte Annegret Dreßel Teddybärennähkurse organisiert und zwar am 1. und 8. Oktober. Um die Frage "Wie gestalte ich einen Teddybären" ging es am 9.Oktober um 15 Uhr. Eine Stofftierambulanz bot Annegret Dreßel am 30. Oktober von 1o bis 12 und von 14 bis 16 Uhr an. Am 6. November um 15 Uhr gab es eine Abschlussveranstaltung mit Verlosung. Geöffnet war die Schau mittwochs und sonntags von 14 bis 17 Uhr. Nach Terminvereinbarung wurden auch Führungen angeboten. Fragen beantwortete Dreßel unter Tel. O5233 954OOOO.

7. August - 11. September 2016

Am 7. August wechselte die Ausstellung,
"Erd-Charta - Schrei der Erde"
vom Hammerhof, Scherfede in den Nordkreis Höxter, ins Möbelmuseum Steinheim. Zur Vernissage um 15 Uhr war jedermann eingeladen. Zum dritten Mal setzte sich dabei die Künstler-Gruppe von ARTD Driburg mit dem Thema Erd-Charta auseinander. Worum ging es? Schrei der Erde Dass sich unsere Umwelt ständig verändert spüren wir überall, in der Natur, in der Atmosphäre, durch die Luftverschmutzung und das Abschmelzen der Polkappen. Unter dem Begriff "Klimawandel" werden diese und weitere Erscheinungen allgemein zusammengefasst und sind mehr als augenfällig. Noch nicht sicher geklärt ist, in welchem Ausmaß diese Veränderungen naturbedingt oder durch den Menschen verursacht sind. Die Diskussionen darüber und was wir tun müssen um den Klimawandel aufzuhalten, gehen noch auseinander. Unstrittig scheint derzeit, dass sich diese Entwicklung verlangsamen muss, um nicht ins Chaos zu führen. Schrei der Erde Ziel der Künstlergruppe ist es, den "Schrei der Erde" mit verschiedensten bildnerischen Mitteln sichtbar zu machen, das Bewußtsein für die Phänomene der Veränderung zu stärken und uns für notwendige und mögliche Schritte zu sensibilisieren. Schrei der Erde Je mehr Menschen, darunter Wissenschaftler, Vertreter der Industrie, Politiker und nicht zuletzt Künstler sich verantwortlich fühlen, umso größer ist die Chance, einer negativen Entwicklung entgegenzuwirken.
Die Ausstellung beginnt am Sonntag den 7. August um 15.00 Uhr und lädt dazu ein, sich Gedanken zur Gegenwart und Zukunft unseres Heimatplaneten zu machen.
Jeden weiteren Sonntag und Mittwoch war die Ausstellung jeweils von 14 bis 17 Uhr zu sehen. Der Eintritt war frei.

8. Mai - 3. Juli 2016

30 verschiedene Ausstellungen der Museen in Ostwestfalen-Lippe hatten in diesem Jahr ein elementares Thema: Körper-Kultur. Unser Körper, seine Sinne und sein Wohlbefinden, bestimmt unsere Wahrnehmung der Welt. Er prägt unser Selbstverständnis. Waschen um 1900 Unter dem Motto "Waschkultur trifft Haute Couture" zeigt das Möbelmuseum in einer Doppelausstellung Waschkultur und Körperpflege um 1900 und Skulpturen des in Steinheim geborenen Künstlers Heiner Stiene. Waschkultur Heiner Stiene nutzt für seine Skulpturen die Bezeichnung "Haute Couture", weil die "Hohe Schneidekunst" den Gestaltungsprozess kennzeichnet und der Modegattung ihren Namen gibt. Es geht ihm nicht um die Mode an sich – da wären die Modedesigner um Carl Lagerfeld gefragt - sondern als Bildhauer um die Skulptur, den dreidimensionalen Raum. Den Körper durch dekorative Elemente von Formen und Farben zu schmücken, ist sein besonderes Anliegen.
In den Skulpturen der neuen Ausstellung "Waschkultur trifft Haute Couture" verarbeitet Heiner Stiene ausschließlich "Paperclay", einen mit feinen Papierfasern durchsetzten Ton. Dieses Material ermöglicht neue und größere Verarbeitungsmöglichkeiten als herkömmlicher Ton. Gewalzt und in Form geschnitten sind diese Figuren zunächst flächig. Gerollt und aufgerichtet bekommt die jetzt plastische Tonfigur ihre Standfestigkeit, die einen weiteren Gestaltungsprozess ermöglicht. Durchaus filigrane Formen werden mit diesem Material möglich, Binnenformen werden von farbigen Bändern und mantelartigen Außenformen umhüllt. Durch die dekorative Farbgestaltung und mit den Titeln "Raumfänger" und "Haute Couture" liegen Assoziationen zum Thema Mode nahe. Heiner Stiene Heiner Stiene wurde 1939 in Steinheim geboren und absolvierte dort später eine Ausbildung zum Bildhauer. Nach dem Kunststudium an der Werkkunstschule in Bielefeld und der Kunstakademie in Düsseldorf war er von 1972 bis 2003 als Kunsterzieher am Gymnasium Marianum in Warburg tätig. Seit 1999 sind seine Arbeiten in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen in der Region und auch überregional zu sehen.
In der Vergangenheit entwickelte Heiner Stiene aus natürlichen Materialien wie Baumrinde, Sand, Stein, aber auch aus gewalzten Metallen reliefartige Materialcollagen mit symbolhaften Inhalten zum Thema "Zeit". Weitere Betätigungsfelder waren Buchobjekte, farbig gefasste Holzskulpturen und Bronzeplastiken. Diese bewegen sich häufig im Spannungsfeld zwischen Leichtigkeit und Schwerkraft, Innen und Außen, Dynamiken, Balance, Artisten und Tänzer. Raumfigur Spannend in der Komposition der Ausstellung sind immer wieder die Auseinandersetzung zwischen Zwei- und Dreidimensionalität, der plastischen Ausgestaltung von Form und Farbe und ihre Reduktion auf die zweidimensionale Darstellung auf dem Papier. Die "Raumfänger" und "Haute Couture" lud den Betrachter ein, die Blicke schweifen zu lassen, ihren Drehungen und Windungen zu folgen, die Form mit Blicken gleichsam abzutasten und ihre Bewegung zu ergründen.
Noch mehr Bewegung kam ins Spiel bei der Werkreihe "Sailing/Regatta". Im dynamischen Miteinander der Segel und Boote war die Kraft des Windes, knatterndes Segeltuch, spritzende Gischt und die Geschwindigkeit der Boote im Wettkampf fast spürbar.
Am Sonntag, den 08. Mai wurde die Ausstellung um 15.00 Uhr im Möbelmuseum eröffnet und war bis zum 3. Juli 2016 sonntags und mittwochs jeweils von 14 bis 17 Uhr zu sehen.

über 150 Bilder zierten nun den zweiten Treppenaufgang des Möbelmuseums. Die meisten stammen aus Wohnungsauflösungen und mussten mitgenommen werden, als die wertvollen Steinheimer Möbel in den vergangenen zwölf Jahren von den Eigentümern dem Museum übergeben wurden. Wenn schon Omas Schrank, dann auch das Bild! So kamen die Mehrzahl der Bilder ins Museum. Bild
Vor zwei Jahren hatte August Waldhoff die Idee, die Bilder, die bisher hauptsächlich unsichtbar auf dem Dachboden und in Schränken untergebracht waren, in das zweite Treppenhaus zu hängen. Trotz einiger skeptischer Bedenken nahmen Bernhard Sprock und August Waldhoff das Projekt in Angriff und nach längerer Renovationsarbeit entstand eine Bildergalerie, Bild
die immer wieder zum Verweilen, Schmunzeln und Nachdenken anregt und die die Wohnkultur des vergangenen Jahrhunderts veranschaulicht.

Nach der eindrucksvollen Gemälde- und Skulpturenausstellung 2014 und zwei Akkordeonkonzerten zeigte Hermann Fast über die Osterzeit 2016 seine kunsthandwerkliche Virtuosität in ungefähr 50 Holzintarsien mit den unterschiedlichsten Motiven: Landschaften, Tierleben und Menschengesichter lösten sich ab, nach Natur und Fantasie komponiert aus unzähligen Holzarten. Intarsienarbeit Hermann Fast wurde als Sohn deutscher Eltern 1923 im Nordkaukasus geboren. Schon als junger Mensch interessierte er sich für bildende Kunst und studierte ab 1939 an der Kunstfachschule Krasnodar. Nach dem 2. Weltkrieg setzte er seine künstlerische Ausbildung mit einem Fernstudium an der Moskauer Universität fort und belegte bis 1967 die Fachrichtungen Zeichnen und Kunsterziehung an der Pädagogischen Hochschule Chabarowsk im Fernen Osten. Gleichzeitig arbeitete er als Musiklehrer für Akkordeon und absolvierte auch in diesem musikalischen Gebiet ein Fernstudium an der Moskauer Universität, das er 1969 erfolgreich beendete. Intarsienarbeit Von 1967 bis 1995 war Hermann Fast als Raumdesigner der Technischen Hochschule Chabarowsk und gleichzeitig als Maler tätig. Er nahm regelmäßig an den jährlichen Kunstausstellungen seiner Hochschule und seiner Heimatstadt teil. 1995 übersiedelte der Künstler mit seiner Familie nach Deutschland und lebt in Höxter. Dort setzte er seine künstlerische Tätigkeit als Maler und Bildhauer, aber auch als Musiker fort. Intarsienarbeit Die diesjährige Steinheimer Ausstellung zeigte passend zu den Werken der Steinheimer Holzbildhauer die sehenswerten Intarsien des hochbetagten Höxteraner Künstlers. Die Ausstellung im Möbelmuseum, zu der jedermann herzlich eingeladen war, wurde am Sonntag, 20. März 2016, 15 Uhr eröffnet. Sie war bis zum 1. Mai 2016 sonntags und mittwochs , 14 bis 17 Uhr kostenlos zu sehen.

13. Januar - 10. Februar 2016

Zahlreiche Schlagwörter fallen wohl jedem Narr ein, wenn er an den Steinheimer Karneval denkt... attraktiv, klasse, spitze, toll, prägt, entwickelt... und so könnte die Aufzählung wohl noch 11 Stunden lang weitergehen. Deshalb widmete sich die Karnevalsausstellung der Tradition, mit ihrer Entwicklung, und der Gegenwart in gleicher Weise. Aber aufgrund der Fülle der Themenmöglichkeiten konnten leider nur Auszüge aus dem Gesamtkunstwerk Karneval in Steinheim wiedergegeben werden. Dennoch sollte die Ausstellung einen größtmöglichen Einblick und Fragen beantworten, die sich jeder vielleicht schon einmal gestellt hatte. 30er Jahre Umzug Wer weiß zum Beispiel, welche Wege der Lindwurm der Fröhlichkeit, gemeint sei hier der Rosenmontagszug, in Steinheim schon alles genommen hat? Ja, Sie lesen ganz richtig. Die Ihnen bekannte Strecke war nicht immer so. ähnlich verhält es sich mit dem Kinderkarneval. Das Domizil für dieses Fest, aktuell wird in der Steinheimer Grundschulsporthalle gefeiert, hatte schon einige Ortsveränderungen erfahren. Wahrscheinlich kam jedem Besucher der Ausstellung auch ein erstauntes "Ohhhh!!!" oder "Ahhh!!!" über die Lippen, wenn er etwas über die Entwicklung des Rummels (Kirmes), der Sicherheitskonzepte im Karneval oder die Wandelbarkeit der Bedeutung des Bumerangordens, eine der höchsten Auszeichnungen im Steinheimer Karneval, erfahren wird. Zu den weiteren geplanten Themen gehören unter anderem auch die Man Teou Renner und die Kreiselnarren. So ließe sich das diesjährige Motto auch anders ausdrücken:

Zum Karneval im Wandel der Zeit

Ist der Steim`sche Jeck stets bereit.

Genau das Rezept, dass aus der Tradition immer wieder Neues entstehen lässt, ist wohl eines der Geheimnisse, warum der Karneval in Steinheim so lebendig ist und sich jedes Jahr immer wieder neu erfindet. Karneval Schrank Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass zwar im Jahr 2017 das letzte große Kapitel im Möbelmuseum (Welches? - Lassen sie sich überraschen) gezeigt wird und sich somit der Kreis der Ausstellungsthemen schließt; es aber nicht die letzte sein wird. Denn die 11 Titel werden sich wiederholen. Allerdings mit anderen Schwerpunkten und vollständiger. Seien Sie schon jetzt gespannt, in welchem neuen Licht das Möbelmuseum erstrahlen wird. Die diesjährige Ausstellung ist zu sehen vom 13. Januar bis zum 10. Februar, mittwochs und sonntags von 14 bis 17 Uhr.