Sonderausstellungen 2007
- 17. Januar - 18. Februar 2007
Einmal Prinz zu sein in Steinheim ist fein!
In der Karnevalszeit 2007 war im Möbelmuseum eine Ausstellung zur Geschichte des Steinheimer Karnevals zu besichtigen. Hermann Brak, Lothar Runte und Franz-Gerd Brökel, das neu gebildete Archivisten-Team der Steinheimer Karnevalsgesellschaft, haben sich zum Ziel gesetzt, die Geschichte des Steinheimer Karnevals zu erforschen und zu dokumentieren. Erste Früchte der Arbeit des Teams "StKG-Archiv" waren bei der Ausstellung zu besichtigen. Gezeigt wurden alle Prinzenpaare der Nachkriegszeit, aber auch Prinzen und Prinzenpaare aus den frühen Jahren, etwa Prinz Wilhelm Hemsoth (1913) oder die Prinzenpaare der 1930er Jahre. Neben den eindrucksvollen Erinnerungsfotos war auch die ganze Palette karnevalistischer Utensilien und Insignien zu sehen: Szepter, Ketten, Orden und Kostüme.
- 4. März - 1. April 2007
Junge Kultur - Kunst für alle Sinne
Bald schon wird das Möbelmuseum in Steinheim erweitert und die obere Etage ausgebaut. Doch vor dem Umbau zeigte die Junge Kultur Steinheim e.V. noch einmal eine ungewöhnliche Kunstausstellung im Obergeschoss des Möbelmuseums. Im unveränderten Industrie-Ambiente der ehemaligen Möbelfabrik Günther präsentierten 10 Künstler aus Steinheim und Umgebung ihre Werke. Unter dem Titel "Kunst für alle Sinne" war eine farbenfrohe Ausstellung zu besichtigen, die alle Sinne des Betrachters ansprach.
So gab es sowohl Kunstwerke zum Anfassen und Fühlen als auch zum Hören, Riechen und Schmecken. Kunst zum betrachten war genauso vorhanden wie Beleuchtungskunst. In ungewöhnlicher Atmosphäre erlebten die Besucher eine Ausstellung, die mit allen Sinnen aufgenommen und erlebt werden konnte.
- 20.Mai - 17.Juni 2007
"Begegnungen" im Möbelmuseum
Rita Bögehold - Malerei
Die in Dringenberg aufgewachsene und seit langem in Steinheim lebende Rita Bögehold hatte ihre Bilderausstellung im Möbelmuseum Steinheim unter den Titel Begegnungen gestellt. Sie malt ihre Acrylbilder am liebsten bei den zweimal jährlich stattfindenden Begegnungen bei den Maltagen im alten Kloster in Heimerzheim bei Bonn. Sie ist Mitglied des Kunstvereins Swisttal-Heimerzheim. Seit vielen Jahren hat sie an den dortigen Kunsttagen aktiv teilgenommen, wo sie in technischer und gestalterischer Hinsicht vielfältige Anregungen von der Leiterin Lisa Kilian erhalten hat.
Von Begegnungen lebt, so Rita Bögehold, auch das Möbelmuseum: Menschen, Baustile, Holzarten, Lebensgeschichten begegnen sich. Das Thema wurde auch in einigen der ausgestellten Bilder deutlich. Die eher abstrakte Malweise lies allerdings dem Betrachter große Freiheit. Es waren vor allem die Farben, die die Stimmung ausdrückten und dem Betrachter begegneten. Die Ausstellung zeigte einen Querschnitt der Arbeiten aus den vergangenen zehn Jahren.
- 26.August - 21.Oktober 2007
Möbeltransporte - Steinheimer Möbel auf dem Weg zum Kunden
Die Eröffnung der Hannover-Altenbekener Eisenbahn im Jahre 1872 ermöglichte den Transport der schweren Eichenmöbel aus den hiesigen Kunsttischlereien in alle Gegenden Deutschlands. Nur so konnte Steinheims Möbelindustrie ihre frühe Blütezeit erleben. Aber schon der Weg der Möbel zum Bahnhof stellte beachtliche Anforderungen, und zuvor hatten Holzfuhrleute die schweren Eichenstämme aus den Wäldern zu den Sägewerken, und die Bretter und Bohlen zu den Möbelfirmen transportiert.
Später verlagerte sich der Möbeltransport von der Schiene auf die Straße. Große Speditionen aus den Städten an Rhein und Ruhr, aus Berlin, Hamburg und Hannover beherrschten den Markt, und ihre Möbelwagen gehörten zum täglichen Straßenbild in Steinheim.
Aus kleinsten Anfängen heraus kämpften dann ab 1950 die Möbelspeditionen Heinrich Mahlmann und Ingolf Mertens um ihren Anteil an diesem Geschäft. Mit nur einem Möbelwagen beginnend und unter unvorstellbaren Schwierigkeiten arbeiteten sie zäh und zielstrebig am Aufbau ihrer Speditionen. Kontinuierlich vergrößerten sie ihren Fuhrpark, ihre Lagerhallen und damit ihre Leistungsfähigkeit.
Nach zwanzig Jahren Aufbauarbeit hatten sie die einst übermächtige Konkurrenz aus den Großstädten eingeholt, immer mehr übernahmen die beiden Speditionen den Transport der Steinheimer Möbel zu den Kunden im weiten Land. Diese Entwicklung zeigt eine Sonder-Außtellung im Möbelmuseum, die vom 26. August bis zum 21. Oktober 2007 mittwochs und sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet ist.
Ebenso wie im historischen Teil ist dort auch die aktuelle Transport-Situation aufgezeigt. Denn als nach 1975 die Krise in der Möbelindustrie begann, weitete die Spedition Mahlmann ihren Geschäfts- und Aktionsbereich aus, und heute zählt die "Mahlmann-Neumöbellogistik" zu den führenden Möbeltransportern in Europa.
Noch gravierender verlief die wirtschaftliche Entwicklung beim Fahrzeugwerk Spier. Vor 135 Jahren, 1872, gründete Heinrich Spier aus Merlsheim in Steinheim seine Stellmacherei. Nach dem frühen Tod des Vaters führte der Sohn gleichen Namens die Stellmacherei weiter, und beschäftigte sich ab 1930 mit dem Bau von hölzernen, oft schon gummibereiften Fahrzeugen für die Landwirtschaft und den lokalen Einzelhandel.
In der Werkstatt von Heinrich Spier entstand kurz nach 1950 dieser Möbelzug von Ingolf Mertens.(v.l.n.r. Wilhelm Rüsenberg, Georg Stehr, Heinrich Spier)
Um 1950 entstand der erste Möbelwagen, und in wenigen Jahren wurde Spier zum Branchenführer dieser Spezialsparte im Fahrzeugbau. Die großen Möbelwagen-Flotten in OWL trugen bald durchweg das Firmenlogo "SPIER" am Heck. Schon vor der Möbelkrise hatte der Sohn Willi Spier die Produktpalette erheblich ausgeweitet und das Werk zu seiner heutigen Bedeutung geführt. In der Ausstellung werden diese Entwicklungen eindrucksvoll aufgezeigt.
- 17. + 18. November 2007
1. Modellbahnausstellung im Steinheimer Möbelmuseum
Wer Interesse an Modellbahnen hatte, besuchte am 17. + 18. November 2007 das Möbel Steinheim.
Jeweils von 10 bis 18 Uhr präsentierte der Holzmindener Eisenbahn Club e.V. auf Anregung des Steinheimers Rainer Dassel in den Räumen des Möbelmuseums seine Modulanlage im Maßstab 1:87 (H0). Gefahren wurde auf Schienen der Marke "Roco Line". Es wurden Züge aus verschiedenen Epochen gezeigt vom Dampfzug bis zum ICE.
Als Neuheit war ein im Bau befindlicher 6-gleisiger Durchgangsbahnhof zu sehen. Die Anlage hatte eine Länge von eindrucksvollen 36 Metern.
- 25.11. - 16.12.2007
Gemäldeausstellung des Steinheimer Kunstmalers
Peter A. Weber im Möbelmuseum
Das Möbelmuseum Steinheim zeigte vom 25. 11. bis 16. 12. 2007 eine umfangreiche Gemäldeausstellung des 1888 in Steinheim geborenen Kunstmalers Peter A. Weber.
Zu sehen waren Landschafts- und Erntebilder, Portraits und Blumenstillleben aus seiner Schaffensperiode von 1942 bis 1948, die er in Bergheim verbrachte. Wegen der Bombengefahr in Düsseldorf war er nach Bergheim geflohen.
Weber hatte in Steinheim das Malerhandwerk gelernt, entdeckte aber bald sein Interesse und seine Begabung für künstlerisches Arbeiten.
Nach seiner Weiterbildung an der Kunstgewerbeschule Bielefeld und der Kunstakademie Düsseldorf, ließ er sich dort nieder und spezialisierte sich als Kirchenmaler. Von ihm stammten unter anderem die beiden großen Mariendarstellungen in den Chorfenstern der St. Marienkirche in Steinheim. Seine Werke wurden 1938 und 1948 in zwei Ausstellungen gezeigt. Kriegsbedingt konnte er in den Vierzigerjahren seinen Beruf als Kirchenmaler nicht ausüben. In seiner Bergheimer Zeit in der relativ ruhigen Heimat fand er nun seine Motive, malte Häuser, Höfe, Brücken, Portraits und Stillleben.