Unter diesem Motto suchten und sortierten die Elfereräte Hermann Brak, Thomas Brak Nicolas Sievers sowie StKG-Ehrenpräsident Lothar Runte die Bilder und Erinnerungsstücke der karnevalistischen Saalveranstaltungen der letzten hundert Jahre in Steinheim. Daraus ist eine sehr sehenswerte Ausstellung geworden, die mittwochs und sonntags von 14 bis 17 Uhr kostenlos besichtigt werden kann.
Die Karnevalsprinzessin 2011 Sandra Brökel schreibt dazu in der Neuen Westfälischen:"Grob gesagt können sich die Besucher der Ausstellung auf eine bunte Mischung an Saalveranstaltungen freuen. "Auf der ersten Tafel wird ein Überblick dargestellt, wer wann wo feierte." Ganz historische Dokumente zeugen von einer Art "Hausball", den jecke Steinheimer veranstalteten. Dem Archivteam liegen Einladungen aus den Jahren 1909 und 1911 vor. "Das war aber kein Karneval wie wir ihn heute kennen", wirft Lothar Runte ein, "das waren sehr elitäre Veranstaltungen, zu denen nur eingeladene Gäste willkommen waren." Er konnte von seiner Mutter ein edles Seidentaschentuch dem Archiv zuführen, das seinerzeit gleichzeitig als Eintrittskarte zum Hausball im Hotel zur Krone diente.
Im Jahre 1973 ging die Ära des Saalkarnevals im Hotel zur Krone zu Ende. Das letzte Prinzenpaar, das in diesen legendären Saal einzog, hieß Jochen Stock, Ritter der Jurisprudenz und Inge Ovenhausen (später verheiratete Stock), die Besonnene. Ab 1974 wurde in der Turnhalle der Grundschule gefeiert. Eine große Narrenkappe zierte das Bühnenbild, als Prinz Lothar Runte, der Ingenieur für Karnevalistik seine Prinzessin Ulla Knoke, die Sonnige präsentierte. Bis einschließlich 1986 (Prinzenpaar Manfred Richter, der Harmonische und Christel Krawinkel, die Vortreffliche) war die Turnhalle die Narrhalla für Galaabend und Co. Die Stadthalle feiert in diesem Jahr - genau wie das Prinzenpaar Franz Lohre, Fenne der Erste und Mary Marx, die Eisprinzessin - das silberne Jubiläum. Lothar Runte erinnert sich: "Die Stadthalle war größer, neu und ideal. Nur die Frauen des Frauenkarnevals trauten der Sache noch nicht ganz und blieben in dem Jahr ihrem Saal bei Hillebrands treu.
Erinnerungen werden wach beim Betrachten der alten Bilder. Egal ob bei Linz, Schäfers's Alex (heute Lotsch) oder in anderen Räumen. "Schade, dass wir bislang sehr lückenhafte Informationen und Material über die Jahre zwischen den Kriegen haben", bedauern die Archivare. Viele Steinheimer, die sie bei der aufwändigen Recherche unterstützen, wissen nur "ja, da haben wir gefeiert. Aber wie und wo das genau war, wissen wir heute auch nicht mehr." Aber die Archivare setzen alles daran, auch noch die letzten Lücken der Geschichte mit Leben zu füllen.
Wenn Hermann Brak heute sagt, "wir zeigen in diesem Jahr die Säle", dann ist es auch völlig in Ordnung, wenn jemand versteht, "wir zeigen die "Seele" des Karnevals". Denn dort, wo Bütt und Musik die Herzen erfreute, lebte und lebt der Steinheimer Karneval. Mal nur mit heimischen Akteuren, mal auch mit Hochkarätern wie Willi Millowitsch, Trude Herr, das Eilemann-Trio und die Botterblömken aus Köln, die 1974 in der heutigen Realschulaula auftraten."