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7. Mai - 11. Juni 2017

Im Wandel der Zeit von der Freihandzeichnung über die Tuschezeichnung bis hin zur digitalen Zeichnung. Die im Möbelmuseum ausgestellte Steinheimer Möbelindustrie geht zurück auf Kunsttischlermeister Anton Spilker. Er ist auch der Großvater des Architekten Heinrich Spilker. Dieser hatte seine Hauptschaffensperiode nach dem zweiten Weltkrieg in den 50er Jahren. Es war die Aufbauphase nach dem Krieg, der Anfang des deutschen „Wirtschaftswunders“. überall wurde gebaut, auch in Steinheim, obwohl ja eigentlich keine Kriegsschäden zu beklagen waren. Aber es gab viele Vertriebene und Flüchtlinge und es wurde dringend Wohnraum gebraucht. Das zweite und dritte Bild zeigen Tochter Mechthild und Sohn Heiner, die zweite Generation. Spilker Mechthild hatte ebenfalls den Beruf des Vaters erwählt. Sie ging schon früh in die Schweiz und ist leider schon vor einigen Jahren verstorben. Heiner Spilker kam 1970 als junger Architekt in eine ganz andere Situation als sein Vater. Galt es doch nicht mehr in erster Linie schnell und viel zu bauen, sondern gehobenen Ansprüchen in einem eher gesättigten Markt gerecht zu werden. Dem Bau von öffentlichen Gebäuden, aber auch dem Wohnungsbau galt seine berufliche Tätigkeit. Spilker Repräsentantin der dritten Generation ist Architektin Petra Spilker-Husemann. Wie überall sind die Anforderungen und Aufgaben für diese Generation anders als für die der vorigen Generationen. Nach einem anspruchsvollen Studium wird von ihr erwartet, dass sie sich auf dem Laufenden hält in den Bereichen Soziologie, Ökologie, Materialkunde, Umweltschutz und vieles mehr. Fertigte der Großvater noch Tuschezeichnungen von Hand an, arbeitete der Vater hauptsächlich am Zeichenbrett, entwirft man heute nur noch am Computer. So zeigt die Ausstellung in den Arbeiten aus drei Generationen der Familie Heinrich Spilker in Steinheim den deutlichen Wandel beim Bau von öffentlichen Gebäuden, aber auch bei der Planung von Einfamilien- und Mehrfamilienhäusern in den vergangenen achtzig Jahren.
Die Ausstellung ist zu sehen mittwochs und sonntags von 14 Uhr bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.