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8. Mai - 3. Juli 2016

30 verschiedene Ausstellungen der Museen in Ostwestfalen-Lippe haben in diesem Jahr ein elementares Thema: Körper-Kultur. Unser Körper, seine Sinne und sein Wohlbefinden, bestimmt unsere Wahrnehmung der Welt. Er prägt unser Selbstverständnis. Waschen um 1900 Unter dem Motto "Waschkultur trifft Haute Couture" zeigt das Möbelmuseum in einer Doppelausstellung Waschkultur und Körperpflege um 1900 und Skulpturen des in Steinheim geborenen Künstlers Heiner Stiene. Waschkultur Heiner Stiene nutzt für seine Skulpturen die Bezeichnung "Haute Couture", weil die "Hohe Schneidekunst" den Gestaltungsprozess kennzeichnet und der Modegattung ihren Namen gibt. Es geht ihm nicht um die Mode an sich – da wären die Modedesigner um Carl Lagerfeld gefragt - sondern als Bildhauer um die Skulptur, den dreidimensionalen Raum. Den Körper durch dekorative Elemente von Formen und Farben zu schmücken, ist sein besonderes Anliegen.
In den Skulpturen der neuen Ausstellung "Waschkultur trifft Haute Couture" verarbeitet Heiner Stiene ausschließlich "Paperclay", einen mit feinen Papierfasern durchsetzten Ton. Dieses Material ermöglicht neue und größere Verarbeitungsmöglichkeiten als herkömmlicher Ton. Gewalzt und in Form geschnitten sind diese Figuren zunächst flächig. Gerollt und aufgerichtet bekommt die jetzt plastische Tonfigur ihre Standfestigkeit, die einen weiteren Gestaltungsprozess ermöglicht. Durchaus filigrane Formen werden mit diesem Material möglich, Binnenformen werden von farbigen Bändern und mantelartigen Außenformen umhüllt. Durch die dekorative Farbgestaltung und mit den Titeln "Raumfänger" und "Haute Couture" liegen Assoziationen zum Thema Mode nahe. Heiner Stiene Heiner Stiene wurde 1939 in Steinheim geboren und absolvierte dort später eine Ausbildung zum Bildhauer. Nach dem Kunststudium an der Werkkunstschule in Bielefeld und der Kunstakademie in Düsseldorf war er von 1972 bis 2003 als Kunsterzieher am Gymnasium Marianum in Warburg tätig. Seit 1999 sind seine Arbeiten in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen in der Region und auch überregional zu sehen.
In der Vergangenheit entwickelte Heiner Stiene aus natürlichen Materialien wie Baumrinde, Sand, Stein, aber auch aus gewalzten Metallen reliefartige Materialcollagen mit symbolhaften Inhalten zum Thema "Zeit". Weitere Betätigungsfelder waren Buchobjekte, farbig gefasste Holzskulpturen und Bronzeplastiken. Diese bewegen sich häufig im Spannungsfeld zwischen Leichtigkeit und Schwerkraft, Innen und Außen, Dynamiken, Balance, Artisten und Tänzer. Raumfigur Spannend in der Komposition der Ausstellung sind immer wieder die Auseinandersetzung zwischen Zwei- und Dreidimensionalität, der plastischen Ausgestaltung von Form und Farbe und ihre Reduktion auf die zweidimensionale Darstellung auf dem Papier. Die "Raumfänger" und "Haute Couture" laden den Betrachter ein, die Blicke schweifen zu lassen, ihren Drehungen und Windungen zu folgen, die Form mit Blicken gleichsam abzutasten und ihre Bewegung zu ergründen.
Noch mehr Bewegung kommt ins Spiel bei der Werkreihe "Sailing/Regatta". Im dynamischen Miteinander der Segel und Boote sind die Kraft des Windes, knatterndes Segeltuch, spritzende Gischt und die Geschwindigkeit der Boote im Wettkampf fast spürbar.
Am Sonntag, den 08. Mai wird die Ausstellung um 15.00 Uhr im Möbelmuseum eröffnet und ist bis zum 3. Juli 2016 sonntags und mittwochs jeweils von 14 bis 17 Uhr zu sehen.